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Studierende bei einer Simulation der UN ausgezeichnet
Die Spielregeln sind eigentlich ganz einfach: Jedes Team bekommt ein Land zugelost und bereitet sich ein Jahr lang auf die Woche in New York vor. „Wir sollten die Zentralafrikanische Republik übernehmen“, erklärt Sarah-Kristin Klein, „ein Land, das wir vorher kaum kannten und das viele Probleme mit der Infrastruktur und Versorgung hat. Positiv gesagt: Wir waren diejenigen, die sehr viel erreichen konnten, und sicher etwas aus den Hilfsfonds zugewiesen bekommen würden.“ Die Rolle ist klar: Ohne Macht und ohne Mittel etwas bewegen. „Man lernt, dass man nur dann einige seiner Anliegen durchsetzen kann, wenn man andere mit unterstützt. Und dass es nicht falsch ist, sich aller Tricks der Diplomatie zu bedienen, die wir im Vorfeld erlernt hatten“, beschreibt Christian Eggert den Ablauf. Denn auch das lernen die Mitspieler: In der UN sind viele Sitzungen nötig, in denen um feinste Wortnuancen gekämpft wird, damit am Ende ein Positionspapier entsteht, das vielleicht in Teilen in die abschließende Resolution übernommen wird. „Abstimmungen, inhaltliche Diskussionen, Abstimmungen wir mussten immer konzentriert sein, um nicht plötzlich von irgendwelchen Strategien oder Resolutionen der anderen überrascht zu werden“, plaudert Christof Schidlovski aus dem Nähkästchen. Angesichts der zähen Abläufe selbst in diesem Spiel wird eines klar: Die Begeisterung für Politik, für Frieden, für Menschenrechte und gegen Hunger in der Welt muss schon sehr groß sein, damit man diesen Marathon durchsteht bei den Spielern ebenso wie bei den „richtigen“ UN-Diplomaten. „Am Ende haben wir es aber geschafft, die wichtigsten Punkte für die Zentralafrikanische Republik durchzusetzen: Finanzhilfen, Aufbau der Infrastruktur und Fachleute als Aufbauhelfer“, freut sich Christoph Rohde über den Erfolg. Möglich gemacht wurde die Teilnahme für die Studierenden durch die Robert-Bosch-Stiftung, den DAAD und die Wittener Universitätsgesellschaft, die alle einen Teil der Gesamtkosten übernahmen. Viel von New York haben die Studierenden während der Simulation nicht gesehen; ein Vormittag war frei und zum Mittagessen kamen sie aus den Hallen heraus, aber sonst liefen die Meetings fast rund um die Uhr. „Einige Teilnehmer liefen ständig in der Lobby vor den Sälen herum und versuchten sich bekannt zu machen, um bei den Abstimmungen vorne dabei zu sein. Wir haben mehr auf inhaltliche Arbeit gesetzt. Und wir waren durch die intensive Beschäftigung mit dem Land über ein Jahr in Seminaren und Tagungen einfach gut vorbereitet“, schildert Florian Schneider die eigene Strategie. Funktioniert hat dies nur, weil die Private Universität Witten/Herdecke alle Studierenden dazu ermutigt, eigene Initiativen zu gründen und damit den „Blick über den Tellerrand“ zu wagen. „Im Rahmen des Studium Fundamentale haben wir unser eigenes Seminar realisiert, mit internen und externen Dozenten, einer Studienfahrt zu den Vereinten Nationen nach Bonn und zu Simulationen nach Stuttgart und Hamburg“, erläutert Christoph Rohde. Das Schöne am Studium Fundamentale ist die Vielfalt, die angeboten wird: Kurse in Philosophie und Politik, in Kunstwissenschaften und Kulturmanagement und natürlich die studentischen Initiativen, von denen Model United Nations nur eine unter vielen ist. Und so wird Model United Nations auch im nächsten Semester wieder als Kurs zur Auswahl stehen und weitere Medizin-, Wirtschafts- und Kulturreflexionsstudierende begeistern. Kay Gropp Private Universität Witten/Herdecke 02302-926-0 kay.gropp@uni-wh.de www.uni-wh.de itchy feet Nr.7, Ausgabe 2010 |
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