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Auszeit Ausland
Miami Beach oder Nizza?

Immer mehr Schulabgänger entscheiden sich für einen Auslandsaufenthalt vor der Ausbildung oder dem Studium: Einige überbrücken damit sinnvoll eine Wartezeit, andere nutzen ganz bewusst die neu gewonnene Freiheit, etwas ganz anderes zu erleben. Zwei Teilnehmer des „EF Studienjahrs“ berichten!

Kai Strippel, Kassel:
„Das Abi in der Tasche und die ersten Arbeitserfahrungen gemacht, entschied ich mich für das EF Studienjahr in Miami Beach. Ehe ich mich versah, saß ich auch schon im Flieger über dem Atlantik. Nicht zum ersten Mal ging mir der Song „Welcome to Miami“ von Will Smith durch den Kopf, doch jetzt ergab er für mich einen ganzen neuen Sinn. Auf dem Weg zur Schule fühlte ich mich eher wie Miami Vice als ein Schüler, zwischen all den Palmen, Autos und hübschen Frauen. Als ich die Schule mit dem angrenzenden Studentenwohnheim erreichte und meinem Zimmer zugeteilt wurde, traute ich meinen Augen kaum. Ein Zimmer mit Meerblick! Also die Koffer in mein neues „Zuhause“ geschmissen und ab an den Strand.

Nach 13 Jahren Schule hatte ich so meine Bedenken, erneut die Schulbank zu drücken. Doch die Zeit an der internationalen Sprachschule war nicht zu vergleichen mit meiner Schullaufbahn: Was vorher von Disziplin und Druck geprägt war, glänzte in Miami mit einem guten, fast freundschaftlichen Verhältnis zwischen Lehrern und Studenten. Der Unterricht war in vier Bereiche aufgeteilt: Grammar and Writing, Communitive Classes, Spin (Special Interest) Classes (Wahlfächer) und Lecture. Ein Wahlfach bereitete mich auf das TOEFL-Sprachexamen vor und brachte mir viele Regeln näher, die man in der Schule auswendig gelernt, aber nie verstanden hatte. Der Unterricht war abwechslungsreich: eine Mischung aus Aufgaben, landeskundlichen und grammatikalischen Themen sowie „learning by doing“, zum Beispiel bei Diskussionen. Ein Highlight war auch mein Praktikum bei einem kleinen Plattenlabel, wo ich hinter die Kulissen der Musikbranche schauen durfte und viele Muttersprachler kennenlernte.

Mir bleiben aus diesem Jahr unendlich viele schöne Erinnerungen, ein Adressbuch mit Kontakten in alle Welt, nahezu perfekte Sprachkenntnisse, das TOEFL-Examen und ein Jahr, das sich im Lebenslauf extrem gut macht!“

Merve Rother, Berlin:
„Nach dem Abi wollte ich nicht gleich studieren, sondern erstmal ins Ausland gehen! Da fiel mir die Broschüre von EF in die Hände und bald war klar, dass ich ein Studienjahr in Nizza machen würde. Im September hieß es für neun Monate Abschied nehmen von Familie, Freunden und der gewohnten Umgebung. Plötzlich fragte ich mich, ob es wirklich das Richtige war: Die ganze Zeit nur Französisch? Verstehe ich die da überhaupt? Und wenn es mir da doch nicht gefällt? Trotz dieser auf einmal auftretenden Zweifel stieg ich in den Flieger Richtung Nizza! Dort angekommen, wichen die Zweifel der Aufregung des Neuen. Ich wurde am Flughafen von meiner Gastmutter mit einem freudigen „Salut, ça va?!“ und den üblichen zwei Begrüßungsküssen empfangen. In meinem Zuhause angekommen, wurde ich genauso herzlich von meinem Gastvater begrüßt, der mir später die französische Küche näher brachte und mit dafür verantwortlich war, dass ich mit vier Kilo mehr nach Hause kam.

Die Schule fing mit einem Einstufungstest an, wir machten eine Tour durch Nizza und ich stellte mit Begeisterung fest, dass die Schule fast direkt am Strand lag. Der Unterricht war super und ich lernte schnell viele neue Dinge. Da meine Klasse sehr international zusammengesetzt war, wurde ich nicht nur mit der französischen, sondern auch mit der Kultur meiner neuen Freunde vertraut.

Meine Freizeit verbrachte ich oft am Strand oder ich machte die Städte der Côte d‘Azur unsicher: So konnte ich die Filmfestspiele in Cannes oder den Grand Prix in Monaco live miterleben. Doch auch neun Monate gehen irgendwann zu Ende und so flog ich im Juni mit feuchten Augen zurück nach Deutschland. Allerdings mit dem sicheren Gefühl, dass dies nicht mein letzter Aufenthalt in Frankreich war!“


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itchy feet Nr.7, Ausgabe 2010

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