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Hightech-Studium im Land der 1.000 Seen
Die Strategie des finnischen Bildungsministeriums setzt im Hochschulbereich in den vergangenen Jahren auf Internationalisierung der Bildungsinstitute. Ausländische Studierende sind willkommen und die finnischen Hochschulen erheben auch für Ausländer keine Studiengebühren. Die ohnehin hohe Anzahl englischsprachiger Studienprogramme wird weiter erhöht; fächerübergreifend gibt es an den 20 Universitäten und 26 Fachhochschulen des Landes zurzeit mehr als 400 Studienprogramme in englischer Sprache. Als Student kann man zwischen städtischem Campus, wie zum Beispiel an der größten finnischen Universität in Helsinki, und kleineren, aber sehr gut ausgestatteten Hightech- Hochschulen wählen. Zum Beispiel ist die Universitätsstadt Oulu, fast 600km nördlich der Hauptstadt gelegen, führend in den Bereichen Biotech und IT. Abseits großstädtischer Hektik in der Nähe des Polarkreises studieren hier immerhin 16.000 Studenten, die auf technisch hervorragend ausgestattete Computerräume, Labors und Bibliotheken zurückgreifen können. Die finnische Regierung investiert jährlich fast 10% ihres Haushaltes in den Bereich Bildung und nimmt damit einen Spitzenplatz in Europa ein. 2007 waren es 6,5 Milliarden Euro. Deutsche bilden in Finnland seit vielen Jahren die größte Gruppe der Austauschstudenten. Im Jahr 2007 waren es insgesamt 1.300. Weitere 400 Deutsche studieren nicht nur kurzfristig in Finnland, sondern streben einen Abschluss an einer finnischen Hochschule an. Für den deutschen Neuankömmling mag es ungewöhnlich, aber durchaus angenehm sein, zu Beginn des Aufenthaltes von einem persönlichen Tutor betreut zu werden. Der Umgang mit den Professoren ist überraschend informell: Gespräche vereinbart man kurzfristig oder trifft den Professor bei einer Tasse Kaffee. „Ich war von meiner Heimatuni in Köln gewohnt, dass die Distanz zwischen Student und Dozent sehr groß ist. In Finnland ist das anders. Die Hierarchien sind flach und der Umgang ist kollegial egal ob du Professor oder Student bist“, betont die Musikwissenschaftlerin Eva Istók. Seit knapp drei Jahren ist die Kölnerin als Doktorandin im Bereich Neurowissenschaft an der Universität Helsinki tätig und untersucht die Auswirkungen von Musik auf das menschliche Gehirn. „Ich bin aber auch gerade wegen der technischen Möglichkeiten hier. Die Uni verfügt über topmoderne EEGLabors, Kernspintomographen und diverse andere Systeme, mit denen Gehirnaktivitäten aufgezeichnet und analysiert werden können. Für meinen Forschungsbereich ist eine gute Ausstattung heutzutage unerlässlich.“ Doch Unterschiede sind nicht nur in den Bildungs - instituten zu spüren. Fremd sind dem studierenden Gast sicherlich zuerst auch die ausgeprägte Saunakultur im Winter kühlt man sich gerne im Eisloch eines zugefrorenen Sees ab oder die nicht enden wollenden Feierlichkeiten während des finnischen Mittsommernachtsfests „Juhannus“. Im viel beschworenen „Informationszeitalter“ des beginnenden 21. Jahrhunderts macht die Mischung aus Naturverbundenheit und modernem Hightech-Wissenschaftsstandort die Anziehung dieses nördlichen europäischen Landes für Studenten und Forscher aus. Kai Schirdewahn Centre for International Mobility (CIMO) Helsinki, Finnland 00358-20-690501, Mo-Do 13-16 Uhr Ortszeit cimoinfo@cimo.fi www.studyinfinland.fi itchy feet Nr.6, Ausgabe 2009 |
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