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Workcamps für Freiwillige
Russland erleben und verstehen lernen

Unendliche Weiten, ein raues Klima und eine einzigartige Natur prägen Russland. Politisch wieder an Bedeutung gewonnen, sorgt Russland für viele Spekulationen und Diskussionen in den Medien. Was davon sind Vorurteile, was ist überspitzt dargestellt und was ist Fakt? Dieses Russland gilt es zu entdecken. Sich der Herausforderung zu stellen, dieses einmalige Land in seiner facettenreichen politischen, kulturellen und sozialen Landschaft zu verstehen und möglichen Vorurteilen entgegenzutreten – dies ist das Ziel der Workcamps im flächenmäßig größten Staat der Erde.

In einem Workcamp arbeitet eine Gruppe internationaler Freiwilliger in der Regel zwei bis vier Wochen lang für ein gemeinnütziges Projekt. Eine Vielfalt an Workcamps in diversen Ländern und mit unterschiedlicher thematischer Ausrichtung bietet dem Interessierten eine breite Palette an Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Programmkosten sind vielfach gering, allerdings müssen die Reisekosten selber getragen werden. An den Workcamps sind verschiedenste Nationen und Kulturen beteiligt. Der karitative Hintergrund und das gemeinsame Arbeiten und Zusammenleben führen zu einem starken Zusammenhalt in der Gruppe und zu einem engen Kontakt mit den Einheimischen, die ebenfalls in die Projektarbeit eingebunden werden. Kulturelle Schranken und Vorurteile werden so leicht überwunden.

Wie auch in anderen Ländern, werden Workcamps in Russland mit unterschiedlichen Schwer- und Programmpunkten angeboten. Tätig werden kann man beispielsweise im Bereich des Natur- oder Umweltschutzes, in der Kinder- und Jugendarbeit oder in kulturellen Einrichtungen. Grundkenntnisse der russischen Sprache erweisen sich bei der Arbeit mit Kindern als hilfreich, werden jedoch nicht vorausgesetzt. Workcamps finden sowohl in schillernden Metropolen wie Moskau und Sankt Petersburg statt als auch in ländlichen Regionen wie beispielsweise am Baikalsee in Sibirien oder im Altai-Gebirge.

Ein besonderes Erlebnis ist die Anreise mit dem Zug. Mit dem Zug zu reisen ist in Russland üblich und kostengünstig und es besteht die Gelegenheit, Land und Leute durch direkten Kontakt kennen zu lernen. Am Zielort angekommen, wird jeder Teilnehmer von der Workcamp leitung in Empfang genommen. Neben der russischen Muttersprache sprechen die Leiter zumindest Englisch, sodass die Verständigung nicht zum Problem wird. Im Camp lernt man die anderen Teilnehmer aus verschiedenen Ländern der Welt kennen. Die Workcampleiter führen in das Projekt und die Arbeit ein. Vier bis sechs Stunden pro Tag wird zusammen in der Gruppe und mit den Einheimischen gearbeitet. So kann ein direkter interkultureller Austausch stattfinden und dem Teilnehmer bietet sich eine gute Gelegenheit, sich der russischen Sprache anzunähern.

Die freie Zeit des Tages wird von der Gruppe gemeinsam gestaltet. Nach der Arbeit besteht die Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen oder bei Gruppenspielen mitzumachen. Oft wird zusammen gekocht und gegessen. In vielen Camps gibt es das Angebot eines so genannten Studienteils, in dem sich die Teilnehmer mit Hintergrundthemen des Workcamps beschäftigen. Unter der Woche sind in der Regel zwei Tage für die Freizeit reserviert. Verschiedene Programmpunkte wie ein Museumsbesuch oder ein gemeinsamer Abend in der nächsten Stadt bringen den Teilnehmern die Welt außerhalb des Projektes näher.

Workcamps bieten aufgeschlossenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine einzigartige Gelegenheit, eine neue Form des Reisens zu erleben. Sie entdecken ein Land auf eine einmalige Art und Weise und lernen dessen Einwohner besser verstehen. Mit einer Fülle an neuen Eindrücken und Erfahrungen kehren die Freiwilligen in ihre Heimatländer zurück. Ein Großteil der Workcamps wird während der deutschen Schul- oder Semesterferienzeit im Sommer angeboten – die Chance auf einen ganz besonderen Urlaub.


Kristina Danneil
Service Civil International
0228-212086/7
info@sci-d.de
www.sci-d.de



itchy feet Nr.6, Ausgabe 2009

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