| Der neue Freiwilligendienst der Bundesregierung
Ob man in Bolivien, Ghana oder Georgien gemeinsam Fußball spielt, in einem Kinderheim kocht, um die Schule Bäume pflanzt, zur Bewältigung von Traumata malt oder zur Versöhnung singt: Mit jeder dieser Tätigkeiten erreichen Freiwillige mehr Völkerverständigung. Sie zeigen, dass sie sich für die Belange von anderen in fremden Ländern interessieren, können sich bereichernd einbringen und das Gelernte nach Deutschland zurücktragen. In einer zunehmend globalisierten Wirtschaft und Gesellschaft sind Fremdsprachen, kommunikative Fähigkeiten, interkulturelle Zusammenarbeit und soziale Kompetenz von hoher Bedeutung. Dass die Freiwilligen in den einzelnen Einrichtungen der Partnerprojekte in den Entwicklungsländern gebraucht werden, aber sie keine Erwerbsarbeitsplätze ersetzen, ist dabei ein wichtiges Kriterium von weltwärts. Um als so genannte „Entsendeorganisation“ finanzielle Unterstützung für die Entsendung von Freiwilligen zu bekommen, muss die deutsche Trägerorganisation darlegen, welche Inhalte und Ziele die Tätigkeiten der Freiwilligen haben, dass die Freiwilligen explizit von dem Organisator vor Ort gewünscht werden und dass sie von einem lokalen Mentor betreut werden, der persönlich verantwortlich ist und bei Schwierigkeiten helfen kann. Die Partnerperspektive ist für den neuen Freiwilligendienst sehr entscheidend. Bereichernd einbringen werden sich manche Freiwillige aufgrund ihrer speziellen handwerklichen oder sprachlichen Fähigkeiten. Andere tragen auf weniger offensichtliche Weise dazu bei, dass sich junge Menschen über die Grenzen hinweg austauschen, sich von ihren Formen des Engagements in der Gesellschaft berichten und jeweils von den Aktivitäten der anderen lernen. Mit einem jährlichen Fördervolumen von 70 Millionen Euro werden ab Januar 2008 bis zu 10.000 Freiwilligenplätze pro Jahr ermöglicht. Die Freiwilligen dürfen zum Zeitpunkt der Vereinbarung über den Auslandseinsatz mit der Entsendeorganisation nicht über 28 und nicht unter 18 Jahre alt sein. In den Partnerprojekten der Entwicklungsländer können sie sechs bis 24 Monate mitarbeiten. Die Bundesregierung zahlt pro Person einen Zuschuss von 580,- € pro Monat, mit dem ca. 75 % der Kosten für die Reise, Seminare, Verpflegung, Unterkunft, Versicherung und Taschengeld abgedeckt werden sollten. Für den Rest kommt die jeweilige Entsendeorganisation auf. Den Freiwilligen entstehen also keine Kosten. Sie können aber nach der Auswahlentscheidung Spenden einwerben und sollten sich entwicklungspolitisch engagieren. Die Zielgruppe ist ähnlich flexibel und bunt wie die Einsatzplätze. Eingeladen, sich zu berwerben, sind Abiturientinnen und Abiturienten ebenso wie junge Menschen mit Hauptschul- oder Realschulabschluss plus Berufsausbildung oder vergleichbarer Eignung. Auch wer sein Studium bereits abgeschlossen hat, kann weltwärts gehen, solange er noch nicht 29 Jahre alt ist. Nicht-Deutsche mit dauerhaftem Aufenthalt in Deutschland werden ebenfalls ermuntert, sich zu bewerben, solange sie sich nicht in das Land entsenden lassen wollen, dessen Staatsbürgerschaft sie haben. Sie haben Interesse, weltwärts zu gehen? Dann informieren Sie sich doch über alles Weitere bei uns. Auf unserer Homepage können Sie nach einer passenden Entsendeorganisation suchen und Sie finden dort viele praktische Hinweise, zum Beispiel zur Ableistung von weltwärts anstelle des Zivildienstes. Laura Fuesers und Santiago Alonso Rodriguez Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 0228-2434444 sekretariat@weltwaerts.de www.weltwaerts.de itchy feet Nr.5, Ausgabe 2008 |
|
||||||||||||||